Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten gGmbH
Miteinander lebenFüreinander da sein!
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Clearing-Wohngruppe für unbegleitete, minderjährige Ausländer

Die Clearingstelle für unbegleitete minderjährige Ausländer ist eine stationäre Hilfeform gemäß § 42 SGBVIII. Sie bietet Platz für bis zu 10 Jugendliche, die durch das Jugendamt bis zu ihrem 18. Lebensjahr in Obhut genommen werden, weil sie ihre Heimat aus unterschiedlichen Fluchtgründen verlassen haben. Dazu zählen z.B. Krieg, Gewalt oder bewaffnete Konflikte, wirtschaftlich Not, Hunger und Verfolgung. Wir bieten den Jugendlichen einen geschützten Rahmen für das Ankommen und zur Ruhe kommen nach oft unvorstellbaren Erlebnissen auf dem Fluchtweg. Sicherheit, Schutz und Ruhe, aber auch Ablenkung erfahren die Jugendlichen durch die vertrauensvolle Beziehungsarbeit mit den Betreuern. Die Gruppe bietet den Jugendlichen die Möglichkeit in Einzelzimmern und Doppelzimmern zu wohnen, so dass das Recht auf Privatsphäre gegeben ist. Für die gemeinsame Mahlzeiten und Gruppenaktivitäten gibt es einen Gemeinschaftsraum. Für den spirituellen Rückzug halten wir einen Gebetsraum vor.

Bedarf und Entwicklung

Der Schwerpunkt der Arbeit innerhalb des Clearingverfahrens beinhaltet unterschiedliche Aspekte. So geht es nach dem Ankommen darum zu ermitteln, welche Hilfen für den Erhalt oder die Verbesserung des Gesundheitszustandes erforderlich sind und ggf. auch mit der Betreuung durch Psychologen eine professionelle Begleitung bereit zu stellen. Es erfolgt eine Altersfeststellung und Überprüfung des Entwicklungsstandes, Auswahl der Schule, Sprachförderung, Alphabetisierung mit in die Lebensbegleitung einfließen können. Elementar ist hierbei auch die Bereitstellung der Grundbedürfnisse, wie z. B. die Versorgung mit Lebensmitteln und Bekleidung. Die geregelte Tagesstruktur, welche auf die Bedarfe der Jugendlichen ausgerichtet ist, vermittelt Sicherheit und gibt Halt, da genau diese Bereiche in ihrem Leben viel zu kurz kamen. Ein weiterer Punkt der pädagogischen Arbeit liegt auf dem interkulturellen Austausch (Herkunfts- und Aufnahmekultur), um ein positives Leben innerhalb der Mehrheitsgesellschaft zu ermöglichen. Wir begleiten die Jugendlichen auf dem Weg in die Verselbständigung oder ggf. in eine Anschlussmaßnahme, die das Wichernhaus in Form von kleinen Wohneinheiten oder auch einer Regelwohngruppe anbietet.

Partizipation

Die Jugendlichen sind im Laufe des 3-4monatigen Clearingverfahrens in die individuellen Erziehungsplanungen mit einbezogen. Das Mitwirken und das Recht auf Mitsprache in Entscheidungsprozessen ist für die Arbeit im Rahmen der vorgegeben Möglichkeiten unerlässlich. Die Mitarbeiter der Clearingstelle arbeiten mit unterschiedlichen Institutionen zusammen (z.B. Jugendamt, der Ausländerbehörde, Ärzten, Krankenkassen, usw.), um eine ausgewogene Balance zwischen den Wünschen der Jugendlichen und den gesetzlichen Vorgaben zu ermöglichen, aber auch für geregelte Abläufe ein Bewusstsein zu schaffen.

Sicher ankommen

Die Clearingstelle wird rund um die Uhr durch pädagogische Fachkräfte betreut und gefördert. Sprach- und Kulturmittler, sowie externe LehrerInnen und Psychologen ergänzen die Teamarbeit in der Tagesstruktur.

Kontakt & Belegung

Nicole Nerger

Pädagogische Leitung