Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten gGmbH
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19.12.2018

Bottroper Werkstätten bilden Heilerziehungspfleger aus


In Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder mit psychischen Erkrankungen arbeiten hauptsächlich Gewerke-Facharbeiter mit einer arbeitspädagogischen Zusatzausbildung. Wer hier arbeitet, muss schon was können. Doch dies gehört der Vergangenheit an. Da immer mehr Klienten mit einem deutlich erhöhten Hilfebedarf in den Werkstätten arbeiten, steigt auch der pflegerische Anteil der Betreuung. Aktuell absolvieren mit Yana Pavlov, Lena Hülsen und Melissa Becher drei Auszubildende eine Ausbildung der Heilerziehungspflege in der Rheinbabenwerkstatt. Ein Berufsbild, das in Werkstätten für Menschen mit Behinderung zunehmend an Bedeutung gewinnt. „Werkstätten für Menschen mit Behinderung haben einen dualen Auftrag. Sie müssen Arbeit und Wirtschaftlichkeit aber auch Rehabilitation und pädagogische Förderung ihrer Beschäftigten sicherstellen. Das bedeutet neben der werkfachlichen Anleitung auch eine regelmäßige Förderung der sozialen Kompetenzen der Beschäftigten“, erläutert Katharina Berg, pädagogische Leitung der Bottroper Werkstätten den Auftrag der Bottroper Werkstätten. Yana Pavlov befindet sich bereits im 3. Ausbildungsjahr. Sie arbeitet hauptsächlich im Arbeitsbereich für Menschen mit hohem Hilfebedarf. Hier werden Beschäftigte mit hohem Hilfebedarf betreut und somit überwiegt der pflegerische und pädagogische Anteil der Arbeit. Anders als in der Gesundheits- oder Altenpflege sind der theoretische und praktische Ausbildungsteil der Heilerziehungspflege getrennt. Die Theorie erlernt die 24-Jährige am Paul Spiegel Berufskolleg in Dorsten. Die Praxis erfährt sie in der Rhein-babenwerkstatt. Die Bottroper Werkstätten mussten sich erst auf die neue Ausbildungssituation einstellen. Denn für den Ausbildungskatalog benötigt Yana Pavlov mehr pflegerische Erfahrungen als dies manchmal in einer Werkstatt gegeben ist. Dank des diakonischen Verbundes zu dem auch Wohnangeboten für Menschen mit Behinderungen gehören, war eine Kooperation möglich und so absolviert Yana Pavlov Praktika in den Wohnangeboten der Diakonie. Hier erfährt die zukünftige Heilerziehungspflegerin noch andere Aspekte ihrer Arbeit. Ihre Klienten sind dort zuhause, der Kontakt ist enger und der pflegerische Aspekt ist deutlich größer. „In der Regel findet der praktische Teil einer Heilerziehungspflegeausbildung klassisch in Wohnangeboten für Menschen mit Behinderung statt. Zusätzlich lernen unsere Azubis hier zu den pflegerischen Tätigkeiten in den Wohnangeboten noch ein technisches Verständnis für die Arbeitsprozesse in einer Werkstatt. Diese müssen sie individuell für ihre Klienten so aufarbeiten, dass sie passgenau für die Beschäftigten sind“, ergänzt Melissa Jacek, Sozialarbeiterin und Verantwortliche für die Heilerziehungsausbildung in der Rhein-babenwerkstatt. Lena Hülsen und Melissa Becher haben die Arbeit in der Rheinbabenwerkstatt bereits in ihrem Bundesfreiwilligendienst kennengelernt. Dies hat sie so beeindruckt, dass sie danach eine Ausbildung der Heilerziehung am Paul Spiegel Berufskolleg begonnen haben. „ Eigentlich muss man sich für diese berufsbegleitende Ausbildung zweimal bewerben. Man benötigt eine Einrichtung, in der man den praktischen Teil absolvieren kann und den theoretischen Ausbildungsplatz am Berufskolleg“, erläutert Lena Hülsen. Die 19-Jährige ist sehr zufrieden mit ihrer Ausbildungswahl: „Man bekommt hier von den Beschäftigten sehr viel zurück“, so die Auszubildende. Melissa Becher wollte eigentlich Raumausstatterin werden, aber diesen Beruf gibt es nicht mehr. Sie nutzte den Bundesfreiwilligendienst (BFD) als Orientierungshilfe und traf mit ihrem BFD in der Rheinbabenwerkstatt direkt ins Schwarze. Die Mitarbeitenden der Rheinbabenwerkstatt ermutigten die 21-Jährige, die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen beruflich weiterzuverfolgen. Die enge Zusammenarbeit mit dem konstruktiven Feedback durch die Kollegen ist ihr auch in der Ausbildung sehr wichtig. Schon jetzt ist sie sich sicher ihren Traumberuf gefunden zu haben: „Ich gehe in meiner Arbeit auf. Die Nähe zu den Beschäftigten, die kollegiale Zusammenarbeit, die Mannigfaltigkeit der Förderebenen machen den Beruf so spannend und abwechslungsreich. Dadurch dass ich Theorie und Praxis parallel habe, kann ich die Theorie direkt in der Praxis erleben“, gerät Melissa Becher über ihre Ausbildung ins Schwärmen.

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