Diakonisches Werk im Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten gGmbH
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17.10.2019

Namensgeberin Dorothea Buck mit 102 Jahren verstorben

Dorothea Buck


Bottrop: Am 9. Oktober 2019 ist Dorothea Buck im Alter von 102 Jahren gestorben. Die evangelische Pfarrerstochter wurde am 5. April 1917 in Naumburg an der Saale geboren. Im Alter von neunzehn Jahren wurde Dorothea Buck unter der Diagnose „Schizophrenie“ in die v. Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel eingewiesen und verleidete neben der Zwangssterilisation gemäß des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ auch die menschenverachtenden Praktiken in der Psychiatrie in dieser Zeit. Ab 1937 erlernte Dorothea Buck das Töpferhandwerk und besuchte ab 1942 die private Städel-Kunsthochschule in Frankfurt am Main. Dies war nur möglich, weil sie ihre Sterilisation verschwieg. Denn Sterilisierten wurde vom NS-Regime unter anderem der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen verwehrt. Bei einem späteren Aufenthalt in der Psychiatrie musste sie miterleben wie Mitpatienten der NS-Euthanasie zum Opfer fielen. Nach dem Krieg begann Dorothea Buck als Bildhauerin zu arbeiten. Von 1969 bis 1982 war sie Lehrerin für Kunst und Werken an der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg. Seit den 1960er Jahren setzte sie sich sehr für Menschen mit psychischen Erkrankungen und gegen die oft menschenunwürdigen Bedingungen in vielen psychiatrischen Einrichtungen ein. Sie verfasste ein Theaterstück über den hunderttausendfachen Mord an psychisch Kranken und Menschen mit Behinderung in der NS-Zeit, schrieb Aufsätze und Bücher, hielt Vorträge, um aufzuklären und für eine humanere und verstehende Psychiatrie zu werben. Für ihre Verdienste und ihr Engagement wurde sie mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet. Mit dem Tod von Dorothea Buck ist eine große Kämpferin für eine menschenrechtsbasierte Sozialpsychiatrie gestorben. Gemäß ihres Credos Menschen mit Psychose auf Augenhöhe zu begegnen, hat das Diakonische Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten ein Betreuungskonzept für das Wohnangebot für Menschen mit psychischer Erkrankung entwickelt und nach der Impulsgeberin Dorothea Buck benannt. Bis zu ihrem Tod gab es einen regelmäßigen Austausch zwischen der Einrichtung und Dorothea Buck, die dem nach ihr benannten Wohnangebot eine Auswahl ihrer Skulpturen vermacht hat.

Termine

23.11.2019
12:00 - 17:00
01.12.2019
12:00 - 16:00
06.12.2019
15:00 - 20:00