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Das ist Emine

Emine Altun

Betreuungsassistentin im Seniorenzentrum Käthe-Braus

Mein eigentlicher Plan war es, Krankenschwester zu werden. Ich wollte immer mit und für Menschen arbeiten. Ich wollte immer Menschen helfen, die meine Hilfe brauchen.
Also begann ich in jungen Jahren eine Ausbildung zur Krankenschwester. Während meiner Ausbildung bekam ich meine beiden ersten wunderbaren Kinder, sodass ich „nur“ die Ausbildung zur Krankenpflegehelferin abschließen konnte. Insgesamt habe ich vier Jungs und ein Mädchen und war bis 2016 Vollzeit-Mama. Als alle Kinder in die Schule gingen, wollte ich wieder arbeiten. Ich habe viele Absagen bekommen, mit der Begründung als 5-fache Mutter traue man mir keinen Vollzeit-Job zu. Das Arbeitsamt hat mir dann die einjährige Ausbildung zur Betreuungsassistentin angeboten. Dazu gehört auch ein mehrwöchiges Praktikum. Ich hatte noch nie von diesem Beruf gehört. Eine Mitschülerin hat mir das Seniorenzentrum Käthe-Braus als Praktikumsbetrieb empfohlen. Mein erster Gedanke war: „Das ist ein christliches Haus. Die nehmen doch bestimmt niemanden mit Kopftuch“. Da hatte ich mich wohl geirrt.

Ich wurde sehr warm und herzlich aufgenommen, jeder hat mir die Hand gereicht. Man hat mich als Person akzeptiert, so wie ich bin. Nach vier Wochen fragte mich die Pflegedienstleitung, ob ich mir vorstellen könne, hier zu arbeiten. Das hat mich mit Stolz, Freude und Dankbarkeit erfüllt. Wir haben das Praktikum um zwei Wochen verlängert und waren uns danach alle einig: Emine gehört ins Käthe-Braus. Mittlerweile habe ich einiges an Weiterbildung genossen, so z.B. Sterbebegleitung, Palliativnetz, sodass ich immer sicherer und besser werde in dem, was ich tue.

Man hat bei der Dienstplangestaltung sogar Rücksicht auf meine Religion genommen und den Ramadan bedacht. Das hatte ich gar nicht erwartet. Gegenseitiger Respekt – so begegne ich auch meinen Kollegen und den Bewohnern. Ich begleite unsere Bewohner auch zu den Gottesdiensten, ich weiß, es ist Ihnen wichtig. Und sie freuen sich, dass ich den Gottesdienst mit Ihnen teile – und dabei mein Kopftuch trage. So ist das hier im Ruhrgebiet ? Ich mag das direkte Feedback unserer Bewohner. Ich bin ein positiver Mensch, habe meistens gute Laune und ich liebe meine Arbeit. Ich mag, wie wir miteinander umgehen. Wie wir versuchen, die Alltagswünsche unserer Bewohner zu erfüllen.

Ich habe Respekt vor gelebtem Leben und keine Angst mehr vor dem eigenen Älterwerden.