Logo der Diakonie Gladbeck-Bottrop-Dorsten
leichte Sprache Schriftgröße
A- A A+
Eine nette Mitarbeiterin des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten. wkpd4919.jpg

Wir bejahen die Individualität des Einzelnen und die Vielfalt der Gesellschaft

Wir sehen jeden Menschen als einzigartiges Individuum und fördern deshalb in unseren Einrichtungen und Diensten seine individuelle Lebensgestaltung. Zugleich sehen wir ihn angewiesen auf soziale Teil- habe und fördern deshalb soziale Bezüge im Leben unserer Kunden, Klienten und Bewohnenden. Wir achten persönliche Selbstbestimmtheit und fördern zugleich eine Kultur der Kooperation, des Mitein- anders und Füreinanders.

 Wir bejahen die kulturelle, ethnische und religiöse Vielfalt unserer Gesellschaft und sind dem Grundsatz der Inklusion verpflichtet.

Wir entsprechen der gesellschaftlichen Vielfalt in der kultursensiblen Entwicklung unseres Hilfehandelns und in der interkulturellen Öffnung unserer Mitarbeiterschaft.

„Das ist meine Aufgabe!“

Es ist 11.30 Uhr und die Tagespflegetür öffnet sich. Herein kommt eine fröhliche Cordula, genannt Cordi, und begrüßt alle mit einem herzlichen „Hallo“. Die Gäste sind erfreut, „die fleißige Kleine ist wieder da“.

Cordi ist mittlerweile eine 30-jährige junge Frau und die „Chefin in der Küche“ der Tagespflege des Altenzentrums Maria Lindenhof. Cordi hat Trisomie 21. Entscheidend aber ist, dass Cordi in der Tagespflege einen festen Arbeitsplatz hat, der ihr Anerkennung, Zufriedenheit und Sinn gibt. Und so begann unsere gemeinsame Geschichte: 

Nach einer kurzen Zeit in der Großküche unserer Einrichtung gab es vor ca. 5 Jahren die Überlegung, diesem jungen Menschen ein geschützteres, kleinteiliger organisiertes, mit einem überschaubaren Team ausgestattetes Arbeitsfeld anzubieten. So würde man ihr wahrscheinlich besser gerecht werden können. Das Team der Tagespflege nahm diese Herausforderung gerne an. Gemeinsam mit dem Alltagsbegleiter vom LWL wurden mit Cordi Arbeitspläne erarbeitet, Arbeitsabläufe eingeübt. „Das sind jetzt meine Aufgaben!“, sagte sie stolz.Cordi lebte sich schnell ins Team ein. Mit der entsprechenden Begleitung gingen ihr die Arbeitsabläufe immer besser von der Hand. War Cordi zu Beginn den Gästen gegenüber noch etwas schüchtern, wuchs sie auch hier bei bedarfsgerechter Anleitung immer mehr in diese Aufgabe hinein. Heute„schmeißt“ sie selbstständig die Getränkerunde oder bittet mit ihrem Charme eine der Damen, ihr doch bei der Küchenarbeit zu helfen. Untergehakt und mit einem Lächeln im Gesicht ziehen beide dann in Richtung Küche von dannen und Cordi leitet die an beginnender Demenz erkrankte Seniorin während der Aktivität selbstständig an. Wenn Cordulas Urlaub vor der Tür steht, ist ihre größte Sorge, wer wohl in ihrer Abwesenheit „ihre Aufgaben“ übernimmt und ob dann auch alles glatt läuft. Ein Gespräch darüber ist unabdingbar! In solch einer „Cordi-freien-Zeit“ spürt das Team sehr deutlich, wie wichtig und effektiv Cordis Beitrag zum Gelingen eines schönen Tages für die Gäste und die Kollegen ist. Nach einer Phase von geförderten Maßnahmen entschlossen wir uns zur Freude aller, Cordi einen unbefristeten, so genannten Außenarbeitsplatz zu ermöglichen. Glücklich und dankbar zeigten wir uns im Rahmen einer Feierstunde des LWL den Fotografen, und natürlich wurde dieser Anlassin der Tagespflege mit allen gebührend gefeiert. Nach mehr als 5 Jahren ziehen wir Bilanz: Inklusion kann gelingen, wenn alle am Prozess Beteiligten Hand in Hand arbeiten, immer wieder Türen öffnen, gesprächsbereit bleiben, an kleine Wunder glauben und Rahmenbedingungen erhalten, die ein Gelingen erst möglich machen.